Der Verein für Alte Musik, der im Oktober 2006 in der Pinneberger Landdrostei gegründet wurde, hat sich zur Aufgabe gemacht,
-
die Musik des 15.-18. Jahrhunderts in Norddeutschland vor allem in Hamburg und Schleswig-Holstein zu fördern und zu pflegen,
- auf der Grundlage historischer Aufführungspraxis zu vermitteln,
-
Konzerte als auch Kurse, Workshops und Symposien zu planen und durchzuführen - sowie alte Musikhandschriften mit dem Forschungsschwerpunkt Norddeutschland und Nordeuropa aufzufinden, wissenschaftlich aufzuarbeiten und zu publizieren.

Sind Sie interessiert an einer Mitarbeit oder möchten Sie den Verein unterstützen, dann freuen wir uns auf Sie. Gern schicken wir Ihnen weitere Informationen zu.
 

Simone Eckert (Vorsitzende)

 

16. Oktober bis 6. November 2011

Barocker Herbst
Am Hofe des Sonnenkönigs

Das 6. Barockfestival in der Drostei


U
nser diesjähriges Barockfestival führt uns nach Frankreich in die Zeit von Ludwig XIV. (1638 - 1715). Der französische König  war nicht nur Staatsmann, sondern auch ein Freund und Förderer der Wissenschaften und Künste. Zudem verbrachte er selbst sehr viel Zeit mit Musik und wirkte bei vielen Opern als Tänzer mit. Das Titelbild zeigt den Herrscher in der Rolle der aufgehenden Sonne im „Ballet Royal de la Nuit“ (Königliches Ballett von der Nacht), die ihm den Beinamen „Sonnenkönig“ einbrachte.

Während der Regentschaft Ludwig XIV. entfaltete sich die französische Kultur des Hochbarocks zur Blüte. Die „Comédie-ballet“, eine Zusammenführung von Schauspiel, Musik, Tanz und Gesang entstand  als Sonderform der barocken Oper. Pierre Beauchamps entwickelte auf Anregung des Königs eine Tanznotation. Es ist das goldene Zeitalter der „Basse de Viole“,  wie die Gambe in Frankreich genannt wurde. Marin Marais ist einer der berühmtesten Musiker und Komponisten dieses Instruments. Jean Hotteterre und Michel Danican Philidor bauten die ersten Oboen in Frankreich, die sich nach erfolgreichem Einsatz am französischen Hofe schnell in ganz Europa verbreiteten. Hotteterre war ebenfalls Flötist. Ein wichtiges Werk für die historische Aufführungspraxis ist sein Opus 1, das bereits 1707 die Grundlagen für das damals in Mode gekommene Spiel der Querflöte lieferte.


Foto: Ballet "La Nuit" Louis XIV. en Apollon
(c) Bibléothèque nationale de France(Ausschnitt)

Vier hochkarätige Konzerte bilden den Kern des Festivals. Eine „Barocke Fürstentafel“ vermittelt in einem musikalisch umrahmten Festbankett über die kulinarischen Genüsse hinaus Einblicke in die Sitten und Gebräuche französischer bzw. europäischer Tafelkultur. Der Traum, einmal Prinz oder Prinzessin zu sein, wird für Kinder in einem Tanzworkshop Wirklichkeit. Auch Erwachsene können erste elegante Schritte des Menuetts erlernen und durch die barocken Räume der Drostei schweben. Über die Faszination von Barockgärten sowie zur Entstehung der französischen Oper gibt es spannende Vorträge.  Eine Ausstellung in den Gartensälen nimmt Ludwig XIV. mit auf eine Zeitreise ins 21. Jahrhundert.

Wir laden Sie herzlich ein zu einem Barockfestival für alle Sinne, das das prunkvolle aristokratische Leben am Hofe des Sonnenkönigs lebendig werden lässt
- Bienvenue  in der Drostei!


Information und Kartenvorbestellung ab dem 19. September unter
04101/21030 und info@drostei.de
und in der Buchhandlung bücherwurm
 

Ermäßigung für Schüler, Studenten, Inhaber des Sozialausweises sowie
für die Mitglieder des Vereins Alte Musik sowie des Fördervereins Landdrostei
(ab 4. Reihe ohne Platzreservierung).
 


Sonntag, 16.
Oktober, 17 Uhr
 

Der Sonnenkönig und sein Engel
Marais Consort

 

Hans-Georg Kramer, Hermann Hickethier (Violen da Gamba), Ingelore Schubert (Cembalo) spielen Werke von Marin Marais, Sieur de Sainte Colombe, Antoine Forqueray, François Couperin u.a.
 

 

 

 


Sonntag, 16.
Oktober, 17 Uhr
 

Der Sonnenkönig und sein Engel
Marais Consort

 


Hans-Georg Kramer, Hermann Hickethier
(Violen da Gamba), Ingelore Schubert (Cembalo)
spielen Werke von Marin Marais, Sieur de Sainte Colombe, Antoine Forqueray, François Couperin u.a.

Marin Marais war einer der Lieblingsmusiker Ludwig XIV. und  für die Kammermusik in den königlichen Gemächern zuständig und wurde oft gerufen, wenn "Seine Majestät" nicht in den Schlaf finden konnte. Aufgrund seines sanften, zarten Spiels nannte Ludwig XIV. Marais seinen „Engel“. Im Gegensatz dazu galt sein Kollege und Widersacher Antoine Forqueray als Teufel der Gambe. Beide Musiker hatten ihr Können wahrscheinlich bei dem großen und rätselhaften Meister Sieur de Ste Colombe gelernt. Er komponierte zahlreiche Konzerte für zwei Gamben, die am Hof bei den Königlichen Konzerten (Concerts Royaux) gespielt wurden. Die nachmittäglichen Concerts Royaux in Versailles  bestritt meist der Cembalist, Organist und Komponist Francois Couperin mit einem kleinem Kammerensemble, wobei er selbst das Cembalo spielte. Ste Colombe dagegen hielt sich von Versailles fern.
I
m Anschluss an das Konzert tritt das Ensemble „Rossina“ in barocken Kostümen mit historischen Tänzen in den Gartensälen auf, wo die Eröffnung stilvoll ausklingt.


Hans-Georg Kramer
   

 

 

Freitag, 21. Oktober, 20 Uhr
 

Musique pour les chambres du Roi
Ensemble Concert Royal, Köln
 

 

Karla Schröter (Barockoboe) und Harald Hoeren (Cembalo) spielen Werke von Pierre Danican Philidor, François Chauvon, Louis- Antoine Dornel,  Louis Couperin und Elisabeth-Claude Jaquet de la Guerre.

Die Oboe – Hautbois, hohes Holz – hat ihren Ursprung in Frankreich, in Paris, im Umfeld von Ludwig XIV. Neben seinen Instrumentalensembles „für die Kammermusik“ hielt sich Ludwig XIV. ein großes Freiluft-Bläserensemble, bestehend aus Schalmeien und Bombarden, also lauten Doppelrohrblatt-Instrumenten. Unter seinen Musikern waren die Dynastien der Philidors und Hotteterres berühmt. Neben dem Musizieren bauten sie auch ihre Instrumente selbst.
So bemühten sich die Hotteterres Ende des 17. Jahrhunderts, die Schalmei in ein salonfähiges Instrument umzuwandeln, das feiner in der Ansprache und leiser und flexibler in der Tongebung war. Das Ergebnis war die Oboe, die sich von nun an nicht nur in Frankreich, sondern bald auch in ganz Europa durchsetzen sollte, zuerst in Ensembles, dann auch als Soloinstrument.

Die erhaltenen Sonaten und Suiten in Frankreich des 18. Jahrhunderts, sind zumeist nicht für ein spezielles Soloinstrument komponiert, sondern wahlweise auf Flöte, Oboe oder Violine spielbar. Dieses war ein guter Weg, den Absatz der in Druck erschienen Werke beträchtlich zu steigern.
Lediglich eine Sonate ist erhalten, die ausdrücklich für Oboe geschrieben ist, das Werk von Antoine Dornel, das in diesem Programm nicht fehlen darf.

Eine weitere Erfolgsgeschichte, die am Königshof begann, ist die von Elisabeth-Claude Jaquet de la Guerre (1665-1729). Von ihr wird eine Sonate im Konzert gespielt. Aufgewachsen in einer Organisten- und Instrumentenbauerfamilie, spielte Elisabeth als Fünfjährige vor König Ludwig XIV. Von der jungen Cembalistin sehr angetan, sorgte dieser dafür, dass sie am Hofe eine aristokratische Erziehung erhielt. Sie wirkte bei Konzerten am Hofe und bei aristokratischen Hauskonzerten als Musikerin mit.  Um 1700 gab es für Frauen in Paris sehr gute Möglichkeiten, eine musikalische Karriere einzuschlagen. Elisabeth-Claude Jaquet de la Guerre war darüber hinaus Komponistin und übte ihren Beruf auch nach ihrer Heirat und nach dem Tod ihres Mannes weiter aus. 1687 erschien ein erster Druck mit ihren Werken, den sie - wie die nachfolgenden auch - Ludwig XIV. widmete.


Eintritt: 15 € / 13 € / erm. 10 €
 
   

Dienstag, 25. Oktober, 20 Uhr
 
Die Flötisten Ludwig XIV.
 
 

Marion Fermé, Annette John (Blockflöten), Barbara Messmer (Viola da Gamba), Isolde Kittel-Zerer (Cembalo) spielen Triosonaten für zwei Flöten und Basso continuo von Michel de La Barre, Jacques Martin Hotteterre u.a.

Die Kammermusik am Hofe Ludwig XIV. war sehr vielfältig, was die Zusammensetzung der Instrumentalisten anbetrifft. Neben dem berühmten Streichorchester der 24 Violinen (frz.: Les 24 violons du Roi), die bei Festlichkeiten und Operaufführungen spielten, gab es auch kleinere Ensembles. Eine beliebte Besetzung war die für Flöten und Bassbegleitung (z. B. Viola da Gamba und Cembalo). Da der König den warmen Flötenklang sehr schätzte, versammelte er die besten Musiker an seinen Hof wie z. B. Michel de la Barre und Jean-Jaques Hotteterre. Letzterer entstammte einer alteingesessenen Musiker- und Instrumentenbauer-Familie. Wie seine Vorfahren war er zunächst Mitglied der „Musique de la Grande Ecurie“, der „Musik des königlichen Marstalls und stieg zum höchsten Posten auf, den Ludwig XIV. an einen Musiker zu vergeben hatte: „Ordinaire de la Chambre du Roi“ - „Ordentlicher Kammermusiker des Königs“. Hotteterre war für sein nuancenreiches Spiel bekannt und dies findet sich in seinen Kompositionen wieder.

Für diese exklusive Aufführung hat die Pariser Blockflötistin Marion Fermé, die eine Leidenschaft für Kammermusik aus der Zeit Ludwig des XIV. hegt, ihre Musik-Freundinnen aus Hamburg und Bremen versammelt: Isolde Kittel-Zerer (Cembalo), Barbara Messmer (Viola da Gamba) und Marion Fermé (Blockflöten) verbindet seit Jahren eine große musikalische Harmonie. Kommt dann noch die Bremer Blockflötistin Annette John hinzu, entsteht ein wunderbares Quartett. Um Klangreichtum, Feinsinnigkeit, glückliche wie tragische Elemente dieses sorgsam ausgesuchten Repertoires zu vermitteln, spielen die vier Musikerinnen auf Kopien historischer Instrumente, darunter auch ein französisches Cembalo.
 


Marion Fermé
Eintritt: 15 € / 13 € / erm. 10 €  
   


Donnerstag, 27. Oktober, 19 Uhr

 

André Le Nôtre - Gartenkünstler Ludwig XIV.
Dia-Vortrag von Dr. Helga de Cuveland
 

 

Der berühmteste Architekt des französischen Barockgartens setzte weit über seine Zeit Maßstäbe in Europa. Eins seiner Hauptwerke war der Schlosspark von Versailles.
Die Elemente seiner Gartenschöpfungen waren nicht grundsätzlich neu. Boskette, Broderieparterres, Wasserkünste jeder Art, Grotten, Theater etc. gab es auch in italienischen Gärten, die damals Vorbild waren. Le Nôtre vereinigte alle diese Motive in einer neuen durchdachten Ordnung zu einem großen Gesamtkunstwerk, wobei er eine strenge Disziplin in Symmetrie und Proportionen einhielt. Diese klare Grundstruktur, die weiträumig Schloss und Garten zu einer einheitlichen Komposition zusammenfasste, verband er mit einem Höchstmaß an Abwechslung in der Binnenstruktur der einzelnen Gartenteile. Le Nôtres Hauptwerke waren Versailles, Vaux-le-Vicomte und Chantilly. Obwohl sich im Laufe der Zeit manche Bereiche verändert haben, lassen sich an diesen drei Gärten seine kühnen Ideen am besten erkennen.
 

Eintritt: 6 € / erm. 4 € / Schüler und Studenten frei

 
   

Samstag, 29. Oktober, 18 Uhr
 

„Zu Tisch bei Ludwig XIV."
Barocke Fürstentafel

 

Konzept und Einführung: Dr. Dagmar Lekebusch
Musik: Ensemble
Marescotti
Menü: Restaurant "Zur Landdrostei"
Nach einem unterhaltsamen wie informativen Vortrag über die barocke Tafelkultur wird in den barocken Gartensälen der Drostei ein mehrgängiges  Menü serviert. Inspiriert durch Originalrezepte zaubert das Team des Restaurants „Zur Landdrostei“  kulinarische Kostbarkeiten, getreu dem Motto „Genießen wie ein König in Frankreich“. Stilvolle Tafelmusik darf selbstverständlich nicht fehlen.
 

 

Menü inkl. Begrüßungsgetränk, Vortrag und Musik: 49,50 €
Anmeldung erforderlich bis zum 22. Oktober: 04101-20 77 72

 
   

Sonntag, 30. Oktober, 12 – 14 Uhr
 

Prinzessin für einen Tag
Tanzworkshop für Kinder von 6 – 8 Jahren

 

Leitung: Simone Schütte-Ulrich
Einmal so tanzen, wie auf dem königlichen Ball  im Film „Drei Nüsse für Aschenbrödel“! Spielerisch und tänzerisch tauchen die Teilnehmer in den Tagesablauf einer Prinzessin ein.

Anmeldung / Information: 04125 - 95 87 79

Teilnahmegebühr: 20 €  

 

 

Sonntag, 30. Oktober,15 - 17.30 Uhr
 

Menuette
Tanzworkshop für Einsteiger


Leitung: Simone Schütte-Ulrich
Unübertroffen in seiner Eleganz, Raffinesse und Leichtigkeit, war das Menuett ein beliebter Gesellschaftstanz des Barock. In den Gartensälen der Drostei werden einfache und anspruchsvollere Schrittformen dieses aristokratischen Tanzes zu wunderbar schwebender Musik einstudiert. Vorkenntnisse und Tanzpartner sind nicht erforderlich

Anmeldung / Information: 04125 - 95 87 79
 

Teilnahmegebühr: 28 €  
   


Freitag, 4. November, 20 Uhr

 

Triumph der Leidenschaft
Die Barock-Oper und Höhepunkte des französischen Musiktheaters

 
Vortrag mit musikalischen Raritäten und poetischen Kostbarkeiten

Die barocke Ära der europäischen Musikgeschichte kann man etwa für die Periode von 1600 bis zu Händels Tod 1759 beziffern. In diese Zeit fällt die Geburt der Oper als musikalische Großform und ihr Siegeszug an den bürgerlichen und höfischen Theatern der Residenzstätte. Tausende dieser Werke sind uns namentlich bekannt, nur ein verschwindend kleiner Teil ist lebendig geblieben. Ursprünglich wurden barocke Opern durchaus im modernen Sinne als „Event“ verstanden: sie wurden zu Hochzeits-, Krönungs- und anderen Feierlichkeiten komponiert und waren die künstlerische Unterfütterung des Repräsentationsbedürfnisses der herrschenden Klasse.
Die Barockoper erlebte auch die Geburtsstunde des „Popstars“: Keine andere Kunstform hat so viele Stars und Sternchen hervorgebracht, deren Namen – spätestens seit der Verfilmung des Lebens von Farinelli – wieder Gemeingut geworden sind. Bis heute faszinieren die pompösen und festlichen Klänge barocker Opern, werden Auge und Ohr in einen Sinnenrausch hineingezogen.

Einen Sonderweg beschritt man in Frankreich. Als Molière in einer Theateraufführung zu wenig Schauspieler hatte, baute man Ballette zwischen die Akte und füllte die Lücken mit Musik auf. So entstand die „Opera Comedie Ballett“ mit Ihren Hauptvertretern Rameau und Lully.

Jochem Wolff
und Armin Diedrichsen entführen in die schöne Scheinwelt des Barock und erzählen von einem tanzversessenen König, spinnerten Sängern und der Theaterwut jener „goldenen“ Epoche.
 

Jean Baptiste Lully
Eintritt: 6 € / erm. 4 € / Schüler und Studenten frei  
   

 

 
Sonntag, 06. November, 20 Uhr  
Der König tanzt!
Ensemble Hamburger Ratsmusik, Ian Owen, Tanz

Christoph Heidemann, Henning Vater (Barockviolinen), Simone Eckert (Viola da gamba), Ulrich Wedemeier (Theorbe / Barockgitarre), Michael Fuerst (Cembalo) spielen Werke von Jean-Baptiste Lully, Robert de Visée, Marin Marais und  Louis Couperin.
Dazu hat Ian Owen eine Tanzchoreographie entwickelt, in der er den Sonnenkönig darstellt.

In unseren Augen heute kaum vorstellbar: Ein Staatsmann, der tanzt, der fast ebensoviel Zeit mit Musik und Tanz verbringt – tägliche vier Stunden Training! - wie mit Regieren, der in ungeheurem Maße diese Künste unterstützt, fördert, voranbringt. Ludwig XIV. erhält seinen Beinamen der „Sonnenkönig“, nachdem er im Ballet royal de la nuit, mehrere Male zwischen dem 23. Februar und 16.

Foto: Stefan Dupke
März 1653 aufgeführt, selbst tanzt in der Rolle der aufgehenden Sonne, namentlich als Apollon. Der königliche Tanzmeister und Hofkomponist Jean Baptiste Lully schafft in seinem Auftrag prachtvolle Opern und Ballette, die in Versailles zelebriert werden. Die besten Musiker Frankreichs finden sich hier ein, darunter François Couperin und der Gambist Marin Marais, deren gesamte Instrumentalmusik von der Tanzmusik und den Air des Cours beeinflusst ist. Ganz Europa schaut auf Frankreichs Glamour, der ganz unter der Schirmherrschaft des tanzenden Königs steht.

Eintritt: 15 € / 13 € / erm. 10 €
 
 
   

16. Oktober – 20. November 2011
 
Zeitreise – Ludwig XIV. im 21. Jahrhundert
AUSSTELLUNG im Rahmen des Barockfestivals
 

Die jahrgangsübergreifende Kunstarbeitsgemeinschaft der Johann Comenius Schule (Klassen 5 bis 13) hat sich unter der Leitung von Katrin Siebel mit Ludwig XIV., dem leidenschaftlichen Tänzer, beschäftigt.
In Zeichnungen und Collagen entstanden Bilder, die historische Dekors und Kostüme aufnehmen und mit Elementen der heutigen Zeit verbinden.

 

 
Besichtigung:
Mittwoch bis Sonntag, 11 - 17 Uhr und zu den Veranstaltungen
Am Donnerstag, 27. Oktober sind Künstlerinnen und Künstler anwesend
 
   
   
   

 

 

24. Oktober bis 13. November 2010

Barocker Herbst
William Brade (1560-1630) zum 450. Geburtstag
Das 5. Barockfestival in der Drostei
 
William Brade kam Ende des 16. Jahrhunderts aus England auf den Kontinent. Schon bald war der Gambist, Violinist und Komponist ein sehr begehrter Musiker und Kapellmeister. Engagements führten ihn an verschiedene Höfe im Norden, wie z.B. Gottorf, Bückeburg, Berlin und Kopenhagen. In Hamburg war er Mitglied und Leiter der Ratsmusik. Von seinen Kompositionen sind überwiegend Tänze erhalten.

Das Barockfestival feiert den 450. Geburtstag von William Brade und beleuchtet das musikalische Geschehen der Zeit. Im Umbruch von der Renaissance zum Frühbarock verbinden sich verschiedene Musikstile und Musiziergewohnheiten miteinander. Insbesondere der dänische Hof war um 1600 ein bedeutendes Musikzentrum für den internationalen Austausch. Hier begann William Brades Karriere und noch zweimal folgte er dem Ruf von König Christian IV. nach Kopenhagen.
  Reinhold Timm: Musicians from
Christian IV’s chapel  (ca. 1622);
Detail
Photo: Ole Woldbye
The Danish Music Museum

Sonntag, 24. Oktober, 17 Uhr
 
Marais Consort
William Brade - ein Hamburger Ratsmusiker zwischen den Welten
 
 

Die beispiellose Karriere des englischen Musikers William Brade führt ihn zunächst an den Hof Christians des IV nach Kopenhagen. Die Hofkapelle ist international besetzt. Hier lernt er u.a. John Dowland, Samuel Scheidt, Melchior Borchgrevingk sowie seinen Schüler und späteren Nachfolger der Hamburger Ratsmusik, Johann Schop kennen. Die Kapellen zu Berlin, Bückeburg, Hamburg, Halle, Güstrow und Gottorf sind weitere Stationen des mittlerweile sehr gefragten Virtuosen und Komponisten. Es kommt zu Begegnungen mit dem Gabrielischüler Johann Grabbe, mit Thomas Simpson, Johann Stephani, Peter Philips und Heinrich Schütz. In diesem Umfeld wird Brade zum Mozart der Spätrenaissance. Auch Brade verfügte über einen genialen Einfallsreichtum mit Melodien, die man spontan im Gedächtnis behält.

Das Programm des Marais Consorts stellt Stücke von William Brade in Zusammenhang mit den genannten Musikern, die Brade im Laufe seines bewegten Musikerlebens kennen gelernt hat. Die ausgewählten Tanzsätze von William Brade tragen so sprechende Namen wie „Türkische Intrada“, „Die Nachtigall“ „Die schöne Lilien“ oder „Die wohlriechende Viole“ und weisen auf seine Wurzeln der englischen Theatermusik.

Musik für Gambenconsort mit Werken von William Brade, Thomas Simpson, Melchior Borchgrevinck, Heinrich Schütz u.a.

Es musizieren:
Hans-Georg Kramer, Brian Franklin, Hermann Hickethier, Irene Klein,
(Violen da Gamba), Ingelore Schubert (Cembalo)

Eintritt: 15 €, 13 €, 10 € (ermäßigt)

   

Freitag
, 29. Oktober, 20 Uhr
 
Hamburger Ratsmusik
Musik auf Schloß Gottorf
 
 

William Brades Kompositionen sind das eindrücklichste Beispiel englischer Consortkultur in Deutschland, die englische Instrumentalpolyphonie verbindet sich auf das Wundervollste mit Elementen der Tanzmusik und dem berauschenden Klang Violinen und Gamben, in seinen Spielanweisungen immer wieder gefordert mit „sonderlich auff Violen lieblich zu gebrauchen“. Das Programm wird ergänzt durch Musik seiner Kollegen und Nachfolger auf Schloss Gottorf. Hier war er 1606-08 und 1614-16 sowie 1622-25 tätig.
Da Brade auch als Musiker und Leiter der Hamburger Ratsmusik wirkte, ist dieses Konzert in doppelter Weise eine Hommage.

Werke von William Brade und seinen Kollegen und Nachfolgern an der Gottorfer Hofkapelle wie z. B. Johann Theile, Franz Tunder, Johann Schop und Heinrich Schütz.

Es musizieren:
Christoph Heidemann, Renate Gentz (Barockviolinen), Simone Eckert (Viola da gamba), Ulrich Wedemeier (Chitarrone), Michael Fuerst (Orgel) und Veronika Winter (Sopran)

Eintritt: 15 €, 13 €, 10 € (ermäßigt)

   

Samstag
, 30. Oktober, 15 - 18 Uhr
 
Tanzworkshop für Einsteiger
Pavanen und Branles

Historische Tänze aus der Zeit der Renaissance

Der überwiegende Teil von William Brades Kompositionen sind Tänze. Sie waren wichtiger Bestandteil höfischer Repräsentationskultur und gehörten in adeligen Kreisen zur Ausbildung eines jeden jungen Menschen von Welt.
Viele lieben die prachtvollen Kostüme und die Musik der damaligen Zeit, doch wer hat schon mal ein graziles Menuett oder eine majestätische Pavane getanzt? Wer es einmal ausprobieren möchte, für den ist die Teilnahme an diesem Schnupperworkshop genau richtig.

Zur Einstimmung in den Tanzworkshop gibt es zu Beginn eine kleine Tanzvorführung. Fortgeschrittene Teilnehmer der historischen Tanzkurse, die regelmäßig in der Drostei stattfinden, zeigen Tänze des 16.-18.Jhdts. Zuschauer sind willkommen.

Vorkenntnisse und Tanzpartner sind nicht erforderlich
Leitung: Simone Schütte-Ulrich
Anmeldung / Information: 04125 - 95 87 79
Teilnahmegebühr Workshop: 28 €

 

 
   
Samstag, 06. November, 19 Uhr
Tanzensemble Rossina
Historische Tänze zu Musik von William Brade
In historischen Kostümen aus der Spätrenaissance tanzen Mitglieder des Ensembles Rossina im Gartensaal zu Musik von William Brade.

Eintritt frei




 
   

Samstag
, 06. November, 20 Uhr
 
Duo Bell’arte Salzburg
William Brade, Wegbereiter der norddeutschen Violinschule

 
 

Vielleicht war William Brade der erste Violinvirtuose überhaupt. Mit seinen Söhnen Christian und Steffen, beide spielten Laute, war er oft zusammen angestellt. Wahrscheinlich musizierte das Familienensemble zu bestimmten Gelegenheiten und hierbei spielte William, begleitet von seinen Söhnen, Violine solo.
Die einzige Komposition von William Brade für Violine solo, die erhalten ist, bildet das Herzstück des Programms. Die Musik zeichnet sich durch Einfallsreichtum und selbstverständliche Virtuosität aus. Durch phantasievolles Variieren und Verzieren vermittelt sie zeitweise den Eindruck einer notierten Improvisation. Werke weiterer Komponisten der Zeit, die ähnlich phantasievoll komponierten, komplettieren das Programm. Dabei sind die beiden Musikerinnen ganz in ihrem Element, phantastische Musik zu machen!

Werke aus norddeutschen Manuskripten von William Brade, Nicolaus Bleyer, Heinrich Scheidemann, Thomas Baltzar, Johann Schop u.a.

Es musizieren:
Annegret Siedel
(Barockvioline), Margit Schultheiß (Barockharfe und Orgel)

Eintritt: 15 €, 13 €, 10 € (ermäßigt)

   

Dienstag, 09. November, 19 Uhr
 
Vortrag  von Dr. Dorothea Schröder
„Der auf der Viola da Gamba herrliche Sachen machte ...“

 
 
William Brade, ein englischer Musiker in Deutschland und Dänemark

Dass William Brades musikalische Wurzeln im englischen Theater und der „Masque“, einer Vorform der barocken Oper, liegen, ist an vielen seiner Kompositionen zu erkennen. Wer mehr über den Musiker und Komponisten, „der auf der Viola da Gamba herrliche Sachen machte ...“, erfahren möchte, ist vor dem Konzert herzlich zum Vortrag um 19 Uhr eingeladen. Die Musikwissenschaftlerin Dr. Dorothea Schröder ist Expertin für Barockmusik und bereitet derzeit ein Buch über die Musikstadt London vor.

Eintritt frei
 
   

Dienstag, 09. November, 20 Uhr
 
Musical Playground
Shakespeare in Love - Musik und Theater in England um 1600
 
 

Sonette von William Shakespeare und Musik von John Dowland, Robert Johnson, Antony Holborne u. a.

A midsummernights Dream, die "süßen Sonette" des "lieblich honigzüngigen Shakespeare" (Francis Meres 1598), The Tempest, As you like it: wohl kein anderer Dichter wird so eng mit der Liebe in Verbindung gebracht wie William Shakespeare. In diesem Konzertprogramm des Ensembles Musical Playground werden seine schönsten Liebesgedichte und Theaterszenen vorgetragen und mit Musik des 16. und 17. Jahrhunderts illustriert. Verliebt singende Nachtigallen und Lerchen treffen auf verzweifelte, unglücklich Liebende, die Liebe in all ihren Schattierungen wird gefeiert: Wie es Euch gefällt!
 
 
Vor 15 Jahren begegneten sich Martina Bley (Blockflöte), Susanne Peuker (Laute), Hanna Thyssen (Sopran) und Jörg Jacobi (Cembalo/Orgel) beim gemeinsamen Kammermusikstudium.
 Mit ihrem Ensemble Musical Playground gehen sie nun einen neuen Weg in der Barockmusik, weg von den altbekannten barocken hin zu den unbekannteren Formen wie Improvisation, Tanzmusik, Lieder, kleine Melodien mit großer Wirkung.
 

 
Es musizieren:
 Hanna Thyssen
(Sopran), Martina Bley (Blockflöte),
Susanne Peuker
(Laute), Jörg Jacobi (Cembalo/Rezitation)


 
Eintritt: 15 €, 13 €, 10 € (ermäßigt)

   

Samstag
, 13. November, 19 Uhr
Kammerchor TonArt Hamburg
Madrigale aus England und Norddeutschland
 
 
Unter der Leitung von Jochen Bachmann hat der Kammerchor TonArt, Hamburg mit seinen ca. 25 Mitgliedern eine mehr als 20-jährige Geschichte und kann auf ein reichhaltiges Repertoire zurückgreifen. Die Hauptaufgabe ist die Pflege anspruchsvoller a-capella Chormusik. Neben Scarlatti, Monteverdi, Schein, Schütz, Bach einerseits und Brahms, Rheinberger, Distler, Pepping anderseits gibt es durchaus einen Hang zur "Alten Musik".

Eintritt frei
   

Samstag, 13. November, 20 Uhr
 
Johann Rosenmüller Ensemble
William Brade an norddeutschen Fürstenhöfen
 
 

Das Johann Rosenmüller Ensemble wurde 1995 von dem Zinkenisten Arno Paduch in Leipzig gegründet.
Im Mittelpunkt der Ensemblearbeit steht die Wiederaufführung unbekannter Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, wobei größter Wert auf authentische Interpretation durch gründliches Quellenstudium und das Spielen auf Kopien von Originalinstrumenten gelegt wird.

In diesem Konzert spielen sie aus Sammlungen, die zum Repertoire der Hofkapellen in Berlin und Bückeburg zur Zeit William Brades sowie der nachfolgenden Komponisten-Generation gehörten.
Die einzelnen Positionen der kleinen aber feinen Bückeburger Hofkapelle waren mit herausragenden Sängern und Instrumentalisten besetzt, darunter u. a. Giovanni Martino Cesare und William Brade, der nach seinem Ausscheiden aus Schaumburgischen Diensten nach Berlin weiter zog, wo er unter anderem mit Adam Jarcebski zusammen arbeitete.
Da Pinneberg die Residenz der Schaumburger Grafen in Holstein war (das "Nesselblatt" des Holsteinischen Wappens ist das Wappen der Schaumburger Grafen und Fürsten) und sich mehrere Aufenthalte des Bückeburger Hofes in Pinneberg nachweisen lassen, besteht eine gewisse Möglichkeit, daß die Musik des heutigen Abends auch schon vor fast vierhundert Jahren in Pinneberg erklungen ist.

Werke von William Brade, Giovanni Martino Cesare, Adam Jarcebski u.a.

Es musizieren:
Arno Paduch
(Zink/stiller Zink), Volker Mühlberg (Violine/ Bratsche), Barbara Hofmann (Gambe), Kristina Filthaut (Dulzian/Blockflöte), Dennis Götte (Archiliuto), Margit Schultheiß (Orgel/Harfe)

 Eintritt: 15 €, 13 €, 10 € (ermäßigt)

 
   
Rahmenprogramm:

Barockgärten und barocke Architektur

Ausstellung 24. Oktober - 14. November
in den Gartensälen der Drostei

Die jahrgangsübergreifende Kunstarbeitsgemeinschaft der IGS Thesdorf (Klassen 5 bis 13) hat sich unter der Leitung von Katrin Siebel mit der Gartenbaukunst und Architektur des Barockzeitalters befasst. Die zu diesem Thema gestalteten Zeichnungen werden in der Ausstellung gezeigt.

Geöffnet Mittwoch bis Sonntag, 11 - 17 Uhr.
Eröffnungsfeier: 29.10.2010, 19.00 Uhr

Eintritt frei

-----------------------------------------------------------------------

Bilder aus dem Norden

Morten Skovmand - Malerei
Reimer Wulf - Luftbildfotografie
Ausstellung vom 10. Oktober bis 21. November

Die Ausstellung nimmt Bezug auf die Landschaften des Nordens, die William Brade durchreiste. Zwei unterschiedliche Techniken werden gegenüber gestellt: der dänische Maler Morten Skovmand fängt in seinen Ölgemälden und Zeichnungen jahreszeitliche Stimmungen und Landschaftsformationen ein und bewegt sich dabei immer an der Grenze zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Auch bei den gezeigten Arbeiten des renommierten Luftbildfotografen Reimer Wulf lassen sich die Motive aus den geometrischen Formationen und Farbflächen erst auf den zweiten Blick entschlüsseln.

Geöffnet Mittwoch bis Sonntag, 11 - 17 Uhr.
Eintritt: 3 €, ermäßigt: 1,50 €

-----------------------------------------------------------------------

Historische Kostüme

Bei den Konzerten werden die Barockkostüme der Drostei gezeigt, und wir freuen uns, dass darüber hinaus bei einigen Konzerten auch wieder einige Gäste in historischen Kostümen anwesend sein werden.

-----------------------------------------------------------------------

Festival-Menü

Als kulinarische Ouvertüre bietet das im Haus befindliche Restaurant „Zur Landdrostei“ an den Konzertabenden ein leckeres, thematisch passendes Menü an. Ab Anfang Oktober finden Sie die Kompositionen des Küchenchefs im Internet unter www.zur-landdrostei.de.

Tischreservierung und Information unter Tel. 04101-20 77 72
 
 
   
 

5. bis 15. November 2009

 
 

Barocker Herbst - Orpheus Britannicus

Henry Purcell und Georg Friedrich Händel
Das 4. Barockfestival in der Drostei


In diesem Jahr widmet sich der inzwischen vierte Barocke Herbst in der Drostei den beiden „englischen“ Komponisten Henry Purcell und Georg Friedrich Händel. Beide wurden mit dem Ehrentitel „Orpheus Britannicus“ gewürdigt. Orpheus wird in der griechischen Mythologie als der beste Sänger und Lied-Komponist seiner Zeit gerühmt, bisweilen gar als Erfinder der Musik bezeichnet. Dieser Hintergrund verdeutlicht, wie viel Ehrerbietung der Titel beinhaltet.

Henry Purcells Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 350. Mal; Georg Friedrich Händel verstarb vor 250 Jahren im Alter von 74 Jahren in London. Die Jubiläen der beiden Komponisten sind für uns Anlass, ihre kammermusikalischen Werke gegenüber zu stellen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten hörbar zu machen, die Entwicklung der englischen Barockmusik aufzuzeigen und einige selten gespielte Meisterwerke dieser Epoche wieder erklingen zu lassen.

Purcell, der vor allem für seine Vokalwerke und Fantasien für Streicher berühmt ist, wird uns ebenso vielgestaltig begegnen wie der Meister der Opern und Oratorien Händel sowie einige ihrer Vorgänger und Zeitgenossen. Eine Vielfalt an Instrumenten und Besetzungen wird in den fünf Konzerten ganz unterschiedliche Klangfarben und Aspekte der Kompositionen zu Gehör bringen. So wird unter anderem Consort-Musik für vier Gamben zu hören sein. Neben der höfischen und kirchlichen wird auch ländliche Musik das Bild der Epoche komplettieren.

Im Rahmenprogramm wird Hans-Georg Kramer eine kurzweilige Einführung in die kompositorische Vielfalt von Purcell und Händel geben. Ferner sind in den Gartensälen von Barockkostümen inspirierte Figurinen zu sehen, die von der Klasse 11a der IGS Thesdorf angefertigt wurden. Sie gewähren einen weiteren Einblick in die Zeit - ebenso wie die barocken Kleider, mit denen einige Gäste die Konzerte besuchen. Freuen Sie sich mit uns auf ein abwechslungsreiches Programm.
 
   

Donnerstag, 5. November, 20.00 Uhr
 

Hamburger Ratsmusik
Music for a while
Zum 350. Geburtstag von Henry Purcell

Werke von Purcell, Locke und Blow

Bereits von Zeitgenossen mit dem Titel Orpheus Britannicus gewürdigt, galt Purcell vor allem durch seine Vokalwerke lange Zeit als größter englischer Komponist. Als Schüler und Nachfolger von John Blow und Matthew Locke übernahm er 1676 das Organistenamt an der Westminster Abbey. Bemerkenswert an seinen Werken ist vor allem die einfühlsame Verwendung der englischen Sprache. Seine 3- bis 7-stimmigen Fantasien für Violen da gamba sind der Schwanengesang auf die lange Tradition der englischen Consortmusik und in ihrer kompositorischen Dichte einzigartig.

Die Anfänge der Hamburger Ratsmusik reichen zurück bis ins 16. Jahrhundert. Wiederauferweckt 1991 von der Gambistin Simone Eckert hat das Ensemble in nun mehr als fünfzehnjähriger Zusammenarbeit mit Hingabe und Enthusiasmus ein umfangreiches und außergewöhnliches Repertoire erarbeitet. 2006 wurde das Ensemble mit dem wichtigsten deutschen Musikpreis, dem Echo-Klassik, ausgezeichnet für die CD „Lübecker Virtuosen“, außerdem mit dem Luxemburger Pizzicato's Excellentia and Supersonic Award for November 2006 für die CD „Dresden 1652“.

Es musizieren:
Monika Mauch (Sopran), Hermann Hickethier, Barbara Hofmann, Heike Lindner (Violen da gamba), Ulrich Wedemeier (Laute), Simone Eckert (Viola da gamba und Leitung
)

Eintritt: 14 €, 12 €, 8 € (ermäßigt)
 

   

Sonntag, 8. November, 17.00 Uhr
 
Ensemble Obligat Hamburg
Playing in a true taste
Händel, Purcell und italienische Komponisten in London

Werke von Händel, Purcell, Geminiani, Bononcini

Das Motto des Abends ist dem Titel einer Abhandlung über die "wahre Art der musikalischen Kunst" von Francesco Geminiani entnommen, der mit Händel in London wirkte, ebenso wie Giovanni Battista Bononcini. Das Programm setzt Händels Kompositionen in Beziehung zu denen seiner italienischen Zeitgenossen in London.

Das Ensemble Obligat Hamburg ist seit seiner Gründung 1995 in vielen Konzerten namhafter Veranstaltungsreihen und renommierter Festivals sowie regelmäßig im Rundfunk zu hören. Es gastierte u.a. mehrfach beim Schleswig-Holstein-Musikfestival, den Niedersächsischen Musiktagen, dem Kultursommer Hohenlohe, im großen Saal der Hamburger Laeiszhalle u.v.m. und ist «Ensemble in Residence» einer eigenen Konzertreihe im Weißen Saal des Jenisch Hauses Hamburg unter der Schirmherrschaft von Hamburgs Kultursenatorin Prof. Dr. Karin von Welck.

Es musizieren:
Imme-Jeanne Klett (Flöte), Clemens Malich (Violoncello), Anke Dennert (Cembalo)

Eintritt: 14 €, 12 €, 8 € (ermäßigt)
   

Mittwoch, 11. November, 19.00 Uhr
 
Hans-Georg Kramer
Vortrag: Händel und Purcell - Viele Seelen wohnen ach in ihrer Brust

Hans-Georg Kramer (Marais Consort) spricht über die kompositorische Vielseitigkeit der beiden großen „englischen“ Komponisten, vor allem über ihre außergewöhnliche Fähigkeit, sich verschiedene Stile zu Eigen zu machen. Zur Mitte des Festivals gibt er in einem kurzweiligen Vortrag einen theoretischen Hintergrund zum Festival-Thema und Einblicke in die Zeit des Barock.

Eintritt frei
 

Mittwoch, 11. November, 20.00 Uhr
 

The Handel Society
Händel: Ein Mann, drei Identitäten
Der Deutsche, der Italiener, der Engländer

Werke von Händel, Scarlatti, Sammartini, Barsanti und Vivaldi

Wie kaum ein anderer Komponist, verstand es Händel, sich musikalische Stile und Sprachen zu Eigen zu machen. Er komponierte wie ein Engländer, beziehungsweise wie ein Italiener, wenn er deren Stile in seinen Kompositionen verwendet hat. Auch vertonte er Texte in den drei genannten Sprachen. So werden an diesem Abend Arien bzw. Kantaten in deutsch, englisch und italienisch zu hören sein.

Das Ensemble "The Handel Society" wurde zwar erst in diesem Jahr gegründet, doch die Musiker sind alles andere als unbekannt. Alle haben bereits auf internationalen Festivals konzertiert, einige gastierten mit anderen Ensembles auch bereits in der Drostei.

Es musizieren: Martina Schänzle (Sopran), Marion Fermé (Blockflöten und Leitung), Michael Fuerst (Cembalo), Gerhart Darmstadt (Cello)
 

Eintritt: 14 €, 12 €, 8 € (ermäßigt)  
   


Freitag, 13. November, 20.00 Uhr

 
Flautando Köln
England im 16. und 17. Jahrhundert zwischen Hof- und Landleben


Werke von Byrd, Ashton, Locke, Purcell u.a.

Ein Gesandter aus Mailand schrieb 1513, er habe Heinrich den VIII. überzeugend und zum Vergnügen aller Anwesenden, auf Laute und Blockflöten im Ensemble musizieren gesehen. Laute, Blockflötenconsort und Gesang, eine typische Besetzung der damals Musizierenden. Das Programm spiegelt die große Vielfaltt der damaligen Musizierstile wieder. Sie finden sich mit den Folk Tunes in einem kleinen Dorf Südenglands wieder, oder sie verweilen neben dem König, um den kunstvollen Liedern der berühmtesten englischen Komponisten zuzuhören.

Flautando Köln, 1990 gegründet, zählt mittlerweile zu den renommiertesten Blockflötenquartetten Deutschlands und ist seit Jahren auch auf der internationalen Bühne zu Hause. Das Quartett gastierte bei zahlreichen Festivals, u.a. dem Schleswig Holstein Musikfestival, dem Rheingau Musikfestival, dem MDR Musiksommer, der Musiktriennale Köln, den Göttinger Händelfestspielen und dem Bachfest Leipzig. Auslandsreisen führten Flautando Köln 2008/09 nach Korea, Tschechien und Taiwan.

Es musizieren: Katharina Hess (Blockflöten), Susanne Hochscheid (Blockflöten), Ursula Thelen (Blockflöten), Kerstin de Witt (Blockflöten)

Eintritt: 14 €, 12 €, 8 € (ermäßigt)
   

Sonntag, 15. November, 17.00 Uhr
 
Marais Consort
Händel und England

Werke von Händel, Young, Purcell, Locke und Lawes

Der „englische“ Komponist Georg Friedrich Händel wird an diesem Abend im Kontext der großen Tradition der englischen Barockmusik erklingen. Das Marais Consort setzt seine Werke in Beziehung zu denen seiner direkten Vorgänger Young, Locke, Lawes und natürlich Purcell.

Das Marais Consort war und ist seit vielen auf zahlreichen internationalen Festivals und Konzertreihen präsent, darunter Swedish Baroque Festival, Copenhagen Summer Festival, Festival Asolo/Venedig, Westfälisches Musikfest (WDR), Tage Alter Musik Schwerin, Niedersächsische Musiktage, Göttinger Händel-Festspiele, Händel Festspiele Halle u.v.a. Im Jahr 2007 war das Marais Consort Artist / Ensemble in Residence in Bonn in der Festival-Konzertreihe 'Zeitsprünge' des Rheinischen Landesmuseums.

Es musizieren: Margaret Hunter (Sopran), Hans-Georg Kramer (Viola da Gamba), Ingelore Schubert (Cembalo)

Eintritt: 14 €, 12 €, 8 € (ermäßigt)
Rahmenprogramm  
3. - 15. November 2009  

Ausstellung „Barock - Farben und Stoffe“
In den Gartensälen der Drostei

Die Klasse 11a der IGS Thesdorf hat sich mit der Zeit des Barock befasst, vor allem mit den Gewändern und den Farben, welche die Malerei der Zeit prägten. Ausgehend von historischen und kunstgeschichtlichen Recherchen und eigenen Vorstellungen haben Sie Figurinen in Mischtechnik erstellt, die nun in der Drostei ausgestellt werden.

Geöffnet Mittwoch bis Sonntag, 11 - 17 Uhr
sowie an den Konzertabenden

Eröffnung: 3. November 2009, 19.00 Uhr

Eintritt fr
ei
 
 
   
   

2008

"Barocker Herbst"- Das 3. Barockfest in der Drostei
"Bach und seine Auswirkungen"

   
 
Nach dem 1. Barockfest im Oktober 2006, das dem französischen Komponisten und Gambisten Marin Marais gewidmet war und dem zweiten Barocken Herbst im September 2007, das zum 240. Geburtstag der Drostei (erbaut 1765-1767) ganz im Zeichen der „Zeit“ stand, steht das 3. Barockfest in den herrschaftlichen Sälen der Pinneberger Landdrostei an. Unter dem Motto „Bach und seine Auswirkungen“ finden vier Konzerte und eine musikalisch-literarische Veranstaltung statt.
   Zunächst als reiner Arbeitstitel gedacht, erweist sich das Thema als Programm bildend, denn der Komponist Johann Sebastian Bach (1685-1750) wird zu Recht als „Fundament aller Musik“ angesehen. So sind auch zwei der Konzertnachmittage allein seinen sechs Suiten für Violoncello (BWV 1007-1012), die zur schwierigsten Solo-Literatur für dieses Instrument gehören, reserviert.
   Ohne Frage hat J. S. Bach ein einzigartiges Lebenswerk hinterlassen und großen Einfluss auf nachfolgende Komponistengenerationen ausgeübt. Auch wenn es interessant wäre, seinen prägenden Anteil gerade bei zeitgenössischen Kompositionen oder z. B. der Jazzmusik zu beleuchten, bleiben wir mit dem Programm beim dritten Barocken Herbst in der Zeit J. S. Bachs und seinen leiblichen – dem ältesten Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784) und dem zweitgeborenen, dem bekanntesten Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) – sowie seiner „musikalischen“ Söhne.  Mit dem Programm schlagen wir einen kleinen musikalischen Bogen vom Barock über die Zeit der Empfindsamkeit bis in die Anfänge der Frühklassik.

Erle Bessert
   

Freitag, 10. Oktober, 19.30 Uhr


"Auf Bachs Gambe"
mit dem Ensemble Hamburger Ratsmusik
(ECHO-Klassikpreis 2006)

Es spielen Simone Eckert (Viola da gamba)
Ulrich Wedemeier (Theorbe) und
Michael Fuerst
(Cembalo)

Stücke von Johann Sebastian Bach (1685-1750),
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) u. a.

Simone Eckert, Michael Fuerst
und Ulrich Wedemeier (v. l. n. r.)
   

Sonntag
, 12. Oktober 2008, 16.00 Uhr
 
"Suiten für Violoncello solo"
von Johann Sebastian Bach
(1. Teil)
 
Valeri Krivoborodov spielt die Solo-Suiten Nr. 1 G-Dur(BWV 1007),
Nr. 3 C-Dur (BWV 1009) und Nr. 5 c-Moll (BWV 1011)
 
 
   

Sonntag
, 19. Oktober 2008, 16.00 Uhr
 
"Lesung - mit Musik aus der
empfindsamen Epoche"
Es liest Jan Georg Schütte.
Es spielt Gösta Funck Stücke auf dem Clavichord
von Johann Sebastian Bach, Wilhelm Friedemann Bach,
Johann Gottlieb Goldberg u. a.

 

Jan Schütte                    Gösta Funck
 
 

Sonntag
, 26. Oktober 2008, 16.00 Uhr
 
"Suiten für Violoncello solo"
von Johann Sebastian Bach
(2. Teil)
 
Valeri Krivoborodov spielt die Solo-Suiten Nr. 2 d-Moll (BWV 1008),
Nr. 4 Es-Dur (BWV 1010) und Nr. 6 D-Dur (BWV 1012)
 
 

Freitag, 31. Oktober 2008, 19.30 Uhr
 
"Von Bach zu Mozart" -
mit dem Ensemble Marais Consort
 
Es spielen Hans-Georg Kramer (Viola da gamba) und Ingelore Schubert (Cembalo) sowie Karolina Brachmann (Sopran)
Werke von Johann Sebastian Bach, Marin Marais, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart
   

Das 3. Barockfest wurde unterstützt durch die

 
   

2007

"Barocker Herbst" - Das 2. Barockfest in der Drostei
vom 14. 16. September 2007 

"Die Zeit"
zum 240. Geburtstag der Drostei

 

 

 

Freitag, 14. September 2007, 19.30 Uhr

„Die Zeit – Ein Geburtstagsständchen für die Drostei“ 

Vom Philosophieren über das Phänomen "Zeit", vom Warten, vom sinnierenden Rückblick in alte Kindertage und von der Furcht erregenden Vorstellung der Ewigkeit in Werken norddeutscher Barockkomponisten. Mit Kompositionen von Johann Schop, Heinrich Scheidemann, Georg Philipp Telemann, C. Ph. E. Bach u. a..

Es spielte das Ensemble Hamburger Ratsmusik (ECHO-Klassikpreisträger 2006) mit Simone Eckert (Viola da Gamba), Ulrich Wedemeier (Theorbe/Barockgitarre) und Michael Fuerst (Cembalo). Es singt der Tenor Henning Klocke.

 
   


Sonnabend, 15. September 2007, 19.30 Uhr

"Shakespeares Sonette"

gelesen von Jan Schütte. Es spielte das Ensemble Hamburger Ratsmusik mit Simone Eckert (Gambe) und Ulrich Wedemeier (Theorbe/Laute).

 
   


Sonntag, 16. September 2007, 14.00 und 15.00 Uhr

„Die Zeit – im Märchen“     

Anne Benjes erzählt Märchen, in denen die Zeit eine große Rolle spielt. Claas Berend Harders spielt dazu auf seiner Gambe.

 
   


Sonntag, 16. September 2007, 19.30 Uhr

 „Wege zu Buxtehude und Telemann"

Das Marais Consort mit Hans-Georg Kramer (Viola da Gamba) und Ingelore Schubert (Cembalo) spielte Stücke von den bedeutendsten Komponisten des norddeutschen Barock – Dietrich Buxtehude und Georg Philipp Telemann u. a. Es sang die Sopranistin Karolina Brachmann.

 

 

 

Das 2. Barockfest wurde unterstützt von der Stiftung der Sparkasse Südholstein
und
dem Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein.

 

2006

 

"Barocker Herbst" - Das 1. Barockfest in der Drostei
vom 5. - 8. Oktober 2006

mit einem Programm zum 350. Geburtstag des französischen
Komponisten und Gambisten Marin Marais .

Zu hören und zu sehen waren:

„L´ Arabesque – Marin Marais & Consorten“


Das
Marais Consort mit Hans-Georg Kramer, Irene Klein (Viola da Gamba) und Ingelore Schubert (Cembalo) spielten Stücke von Marin Marais, François Couperin, Jean-Philippe Rameau u. a.

„Le dépit généreux“ 


Es spielte das Ensemble
Le Chardon mit Simon Standage (Violine), Hajo Wienroth (Traversflöte), Sarah Perl (Viola da Gamba) und Gösta Funck (Cembalo) sowie Christina Wienroth (Sopran) – auf dem Programm stehen Stücke von Marin Marais, François Couperin und Michel Pignolet de Monteclair.

 
„Une Fête champêtre“ – Ein Fest auf dem Land
Musikalische Idyllen des 18. Jahrhunderts


Das Ensemble
Hamburger Ratsmusik mit Simone Eckert (Viola da Gamba), Ulrich Wedemeier (Theorbe/Barockgitarre) und Michael Fuerst (Cembalo) spielten Werke der französischen Komponisten Marin Marais, François Le Cocq, Jean Barrière u. a.

„Musik – im Märchen“


Die Märchenerzählerin
Anne Benjes erzählte Märchen, in denen die Musik eine große Rolle spielt. Sie wird von dem Gambisten Claas-Berend Harders musikalisch begleitet.
 

 
„Lesung – mit Musik“


Jan Schütte
las
Gedichte und Geschichten der Barockzeit von Casanovas Lustmahlen bis Madame de Sevignes ausführlichem Hoftratsch, von Andreas Gryphius düsteren Visionen bis zu Hoffmannswaldaus Schwelgereien über die wahre Schönheit der Frauen. Große Lust und großes Leid lagen in der prallen Barockzeit dicht beieinander, und dies spiegelt sich auch in der vielfältigen Literatur der Zeit wieder. Es spielte die Gambistin und Kulturpreisträgerin Simone Eckert. Und es tanzte Simone Schütte-Ullrich historische Tänze aus der Zeit des Barock.

     
  Foto: T. Berndt

Simone Schütte-Ullrich,
Simone Eckert und Jan Schütte (v . l. n. r.)

Stand: 06. September 2011 | ohne Gewähr

b